Nach dem Studium

Tätigkeitsprofil

Bibliothekarinnen und Bibliothekare haben Kompetenzen für ein breites Berufsfeld er­worben. Zu den Tätigkeitsbereichen gehören u. a. die Auswahl und Bereitstellung von Medien und Informationen jeder Art für unterschiedliche Benutzergruppen, Informations- und Beratungstätigkeit, Leseförderung sowie Öffentlichkeitsarbeit.

Die Absolventen sind befähigt, in Bibliotheken unterschiedlichen Typs tätig zu werden. Ob in Landes-, Stadt- oder Gemeindebibliotheken, in Bibliotheken von Behörden, Firmen, Hochschulen, Archiven und Museen, in Kinder- und Jugendbibliotheken, Schulbibliotheken und Mediotheken oder in Krankenhausbibliotheken, Artotheken, Fahrbibliotheken und kirchlichen Bibliotheken - die Einsatzmöglichkeiten sind denkbar vielfältig.

Weitere Tätigkeitsfelder eröffnen die Bibliotheks-Dienstleister, z. B. Anbieter von Software, Sicherheitssystemen und Bibliothekseinrichtungen, sowie die Vertreter der Medien- und Informationsbranche. Dazu gehören Rundfunk- und Fernsehanstalten, Videotheken, Medienarchive, Informationsvermittlungsstellen und Dokumentationseinrichtungen.

Als erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss bildet der Bachelorgrad außerdem die Basis für den konsekutiven Masterstudiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft.

Karrierebeispiele von Absolventen

Martin Bauschmann

B.A. Bibliotheks- und Informationswissenschaft, Student des Masterstudienganges „General Management" der HTWK Leipzig

Die größte Stärke des Studienganges liegt meiner Meinung nach in dem breit gefächerten Spektrum der Studieninhalte, das von der Auswahl und Bereitstellung von Medien und Informationen über deren Erschließung bis hin zur Vermittlung von Informationskompetenz sowie der PR/Öffentlichkeitsarbeit alle relevanten Tätigkeitsbereiche in Informationseinrichtungen umfasst. Trotz der Verkürzung der Studiendauer im Zuge der Bologna-Reformen ist es gelungen, Absolventen eine berufsvorbereitende Qualifikation zu verleihen, die gleichwertig zu der gewohnten bibliothekarischen Diplomausbildung ist und bereits nach dreieinhalb Jahren den Start ins Berufsleben ermöglicht.

Hervorheben möchte ich vor allem die zwei integrierten Praxisphasen und die vielfältigen Praxisprojekte, in denen man Erlerntes in konkreten Anwendungskontexten erproben konnte. Diese Komponenten empfand ich für die berufliche Orientierung als extrem wertvoll, denn man erfährt nur in der Praxis, in welche Tätigkeitsfelder man hineinpasst und – ebenso wichtig – welche man besser meiden sollte. So habe ich mein Pflichtpraktikum im 5. Semester im Bibliothekssystem der Cardiff University in Wales absolviert. Eine andere Kultur kennenzulernen, sich in einem fremdsprachigen Arbeitsumfeld zurechtfinden zu müssen, zu sehen wie Bibliotheksarbeit im Ausland funktioniert – das waren dabei Erfahrungen, die ich nicht missen möchte.

Meine erste berufliche Tätigkeit nach dem Studium war nicht im bibliothekarischen Bereich, sondern in der Branche der Medienbeobachtung und -analyse angesiedelt. Ich habe dabei die Erfahrung gemacht, dass die im Studium vermittelten Kompetenzen, insbesondere die Recherche, die inhaltliche Analyse und Erschließung von Informationen sowie der Einsatz empirischer Methoden, gut auf andere Anwendungsfelder übertragbar sind. Wichtig ist es in dieser Hinsicht, dass man im Leipziger Bibliotheksstudiengang versucht, Lehrinhalte nicht mehr nur an bestimmten Bibliothekstypen, sondern an institutionsübergreifenden Handlungs- und Tätigkeitsfeldern festzumachen.

Dadurch fühle ich mich auf aktuelle und künftige Wandlungen des Berufsfeldes vorbereitet und sehe gute Chancen, neben der Möglichkeit einer Anstellung im Bibliotheksbereich auch in angrenzende Berufsfelder der Medien- und Informationsbranche einsteigen zu können.

Kristin Laufs

B.A. Bibliotheks- und Informationswissenschaft, Leiterin der Bibliothek der Staatlichen Studienakademie Bautzen

Der Studiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft bietet eine gute Mischung aus der Vermittlung von traditionsreichen als auch modernen Lehrinhalten. Im Gegensatz zu anderen Hochschulen lernen die Studenten nicht nur die moderne Katalogisierung mit aktueller Bibliothekssoftware, sondern auch die traditionelle Erschließung mit Katalogkarten. So bleiben die Wurzeln der wissenschaftlichen Disziplin nicht vergessen und man lernt umso mehr die Vorzüge der modernen Datenhaltung mittels Datenbanken zu schätzen.

Ich entschied mich bewusst für die HTWK Leipzig, um von den Vorzügen gegenüber Universitäten zu profitieren: den kleinen Lerngruppen, einem geregelten Stundenplan, dem persönlicheren Umgang mit den Dozenten und Professoren etc. Das motiviert und erleichtert auch die Einhaltung der Regelstudienzeit

Das Alleinstellungsmerkmal ist sicherlich der optimale Standort Leipzig, der eine vielseitige und interessante Buch- und Bibliothekslandschaft vorweist. Somit lassen sich relativ leicht attraktive Partner für Projekte und Praktika gewinnen und damit wertvolle Erfahrungen machen. Trotz verkürzter Studienzeit nach der Bachelor-/Masterumstellung blieb das Praktikumssemester erhalten. Die Praktika waren für mich eine überaus wertvolle Gelegenheit, zu prüfen, welche Richtung des Bibliothekswesens meiner Berufung entspricht und eine gelungene Möglichkeit, das theoretisch Gelernte in der Praxis zu erproben.

Besonders die enge Beziehung zwischen den Studierenden, die viele Gruppenarbeiten und Projekte möglich machte, hat den Austausch und die Fähigkeit, im Team Großes zu schaffen immer wieder herausgefordert und bewiesen. So lernt man nicht nur Faktenwissen, sondern auch auf persönlicher Ebene dazu – ein Gewinn, der nicht nur auf den Beruf vorbereitet. Die vielen freien Projekte regten zudem an, eigene Ideen zu entwickeln, innovativ und kundenorientiert zu denken und das Bibliothekswesen dadurch von seinen alten Klischees zu befreien und ihm ein frisches Design zu verpassen.

Aus der heutigen Sicht kann ich das in meiner leitenden Position an der Staatlichen Studienakademie in Bautzen erfolgreich umsetzen: ich beobachte die Nutzer, versetze mich in ihre Lage und bin motiviert neue Ideen zu ersinnen, auszuprobieren und umzusetzen, um den Service der Bibliothek zu optimieren. Ein positives Feedback durch den Nutzer, ist dann die schönste Bestätigung.

Juliane Linke

B.A. Bibliotheks- und Informationswissenschaft, Mitarbeiterin im Auskunfts- und Informationsdienst der Städtischen Bibliothek Dresden

Der Studiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft umfasst ein breites Themenspektrum an verschiedensten Lehrveranstaltungen, welche auch ein weites Einsatzfeld im späteren Berufsleben mit sich bringen. Ab dem vierten Semester wird ein Studienschwerpunkt gewählt, sodass man sich in Vorbereitung auf den Beruf und die persönlichen Interessen spezialisieren kann.

Angenehm ist die relativ kleine Anzahl an Studierenden in Seminaren und Vorlesungen, im Gegensatz zu einigen Uni-Studiengängen. Weiterhin habe ich die „kurzen Wege“ zu schätzen gelernt – zwischen den Räumen auf dem Campus, zur Bibliothek und zur Mensa, aber auch zu Dozenten und der Studienorganisation. Viele neue und interessante Inhalte und Impulse erhielt ich in Praxisphasen und durch ausländische Gastdozenten. Das hat meinen Horizont erweitert und ist heute in meinem Job noch relevant.

Leipzig als Buch- und Bibliotheksstadt bietet sehr gute Voraussetzungen für diesen Studiengang. Die Nähe zu bibliotheksrelevanten Veranstaltungen, wie zum Beispiel der Leipziger Buchmesse oder die Kooperation mit Bibliotheken vor Ort sind sehr hilfreich. Bei Exkursionen und Projekten lernt man die Bibliothekslandschaft kennen und kann schon mal für die Praxis üben.

Aus der Vielzahl der Partner-, Gruppen- und Projektarbeiten habe ich für mich einen großen Nutzen gezogen. Während des Studiums waren dies zwar oft stressige Zeiten, die eine gute Organisation erforderten, dafür war der Lerneffekt groß. Die Kombination aus Fachwissen und projektbezogenen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie zwischenmenschlicher Erfahrung hat mich weiter gebracht.

Die Aktualität der Studieninhalte und die gewonnen Eindrücke aus Praktika helfen mir jetzt im beruflichen Alltag weiter. Durch den Rundumblick mit Hintergründen und Best-Practice-Beispielen stehe ich Veränderungen und Neuerungen offen gegenüber.

Die Freistellung der HTWK für Konferenzen wie Bibliothekartage und Bibliothekskongresse hat mich von Beginn an ermuntert, fachlich up to date zu bleiben und gab mir die Zeit, einen intensiven Einblick in die reale Arbeitswelt zu bekommen und Kontakte zu knüpfen.

Mein Start ins Berufsleben kann man gern als „Sechser im Lotto“ bezeichnen – die Jobzusage für die Musikbibliothek der Städtischen Bibliotheken Dresden erhielt ich noch vor Studienabschluss. In den ersten Monaten gab es viel zu lernen, aber mittlerweile spielt sich Routine ein, zu der nach und nach mehr Verantwortung hinzukommt.