Tätigkeitsprofil

Die Arbeit eines Herstellers für Buch- und Medienprodukte (bisher Verlagshersteller bzw. Verlagsherstellerin) setzt überall dort an, wo es um die Realisierung und Produktion von Druckerzeugnissen - vor allem Bücher, aber auch Zeitschriften und Zeitungen - oder die Umsetzung von Inhalten in elektronische Medien geht. Tätigkeitsfelder finden sich in so unterschiedlichen Bereichen wie der Herstellung in Buch-, Zeitschriften- und Zeitungsverlagen, der Produktionssteuerung in Marketing, Werbung oder PR, aber auch in der Produktion von elektronischen Medien.

Der Hersteller plant, organisiert und kontrolliert den gesamten Werdegang von der Idee bis zum fertigen Produkt. Um auf diesem vielschichtigen Tätigkeitsfeld agieren zu können, benötigt ein Hersteller für Buch- und Medienprodukte fundierte technische Kenntnisse und Fähigkeiten, ein hohes Maß an wirtschaftlicher Verantwortung, solide gestalterische Kompetenz und ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten. Projektmanagement und die Steuerung komplexer Workflows werden zunehmend wichtiger. Der wachsende Anteil digitaler Medien - sowohl in den Produktionsprozessen als auch bei fertigen Produkten - erfordert in zunehmendem Maße die Auseinandersetzung mit IT-Grundlagen sowie mit der Anwendung medienneutraler Datenhaltung.

Als erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss bildet der Bachelorgrad außerdem die Basis für den konsekutiven Masterstudiengang Medienmanagement.

Karrierebeispiele von Absolventen

Michael Schack

Zielstrebigkeit und Engagement schon während der Ausbildung zahlen sich im späteren Berufsleben aus. Diese Erfahrung hat Michael Schack gemacht: 1998 schloss er sein Studium der Verlagsherstellung (jetzt Buch- und Medienproduktion) an der HTWK Leipzig ab und hatte bereits zu dieser Zeit über das obligatorische Praktikum hinaus praktische Berufserfahrung gesammelt.

Dies geschah im Rahmen freiwilliger Praktika und während seiner Arbeit als freiberuflicher Hersteller; zudem gründete Michael Schack mit seinem Bruder www.schacks.de, einen Verlag für Daumenkinos. Learning by doing stand bei der Idee der Verlagsgründung im Vordergrund: „Daumenkinos sind ja ein überschaubares Thema und gut kalkulierbar“, erinnert sich Michael Schack, der solche Büchlein während der Schulzeit oft selbst gemalt und gebastelt hat. Den Verlag gibt es heute noch, doch Michael Schack hatte andere Pläne: Nach dem Studium sollte es ins Ausland gehen. Bereits die erste Bewerbung war erfolgreich und er begann als Produktionsassistent bei Imago Publishing in Thame bei Oxford, arbeitete dort später als Production Controller und Senior Production Controller. Rund drei Jahre blieb er in England, „aber mit der Zeit habe ich das Verlagsgeschäft mit seinen komplexeren Abläufen vermisst und wollte mich selber stärker in den Entstehungsprozess der Verlagsinhalte einbringen. Die Vielfalt der Zusammenarbeit mit kreativen Kollegen fehlt eben in einer reinen Produktionsagentur.“

So folgte als weiterer Schritt auf dem Berufsweg im Jahr 2002 der Wechsel zu wissenmedia in Gütersloh. Als Hersteller hat sich Michael Schack dort schnell in IT-Themen eingearbeitet, das Intranet aufgebaut und zukunftsweisende Projekte realisiert. Dazu gehörte beispielsweise ein mit einem speziellen, „Audiopen“ genannten, MP3-Player verbundenes Buch, das die Idee verfolgte, das Medium Buch auf spannende Weise „aufzubrechen“. “Das Studium bereitet nur allgemein aufs Berufsleben vor“, resümiert Michael Schack. „So ist es von Vorteil, auf einem speziellen Gebiet richtig gut zu sein. Mir hat vor allem die Kombination aus Hersteller- und Programmierkenntnisse beim beruflichen Weiterkommen geholfen.“ Seiner Erfahrung nach sind aber auch Eigenmotivation und mit Herzblut bei der Sache zu sein entscheidende Faktoren: „Impulse, aus eigenem Antrieb Dinge vorantreiben zu wollen, werden von Unternehmen meist dankbar angenommen.“ In weiteren Jahren als Teamleiter der Satzabteilung und später Geschäftsleiter Produktion hat sich für den 38-Jährigen diese Erfahrung bestätigt. Seit Anfang Juli dieses Jahres ist er nun beim Carlsen Verlag in Hamburg als Herstellungsleiter tätig und in dieser Position Vorgesetzter von zwölf Mitarbeitern: „Carlsen ist momentan der heißeste Verlag in Deutschland!“, meint Michael Schack begeistert. Er hat dort viel vor; vor allem Themen wie die Einführung eines modernen Media Asset Managements, erweiterte Distributionsmöglichkeiten von eBooks, Entwicklung von Apps, zum Beispiel fürs iPad, liegen ihm am Herzen.

Der HTWK Leipzig fühlt sich Michael Schack nach wie vor sehr verbunden. „Ich freue mich immer sehr, wenn ich erfahre, dass ein Geschäftspartner von der HTWK kommt. Das ist immer gleich ein schöner Anknüpfungspunkt.“ Zu einigen ehemaligen Kommilitonen und Professoren hat er auch zwölf Jahre nach dem Ende seines Studiums noch losen Kontakt. „Die HTWK hat übrigens einen exzellenten Ruf in der Branche“, weiß er. So sind auch Studierende der HTWK Leipzig als Praktikanten gern gesehen.