Open-Access-Hochschulverlag

Beschreibung des Projekts

Entwicklung eines medienneutralen Workflows und Pilotprojektes für die Publikation von Fachbüchern.

Motivation & Zielsetzung:

Die zeitnahe, transparente und nachhaltige Verbreitung nachprüfbarer wissenschaftlicher Ergebnisse ist eine der wesentlichen Anforderungen an die heutige bzw. zukünftige wissenschaftliche Form der Kommunikation und die dafür erforderliche Infrastruktur. Open Access (OA), also die offene und für den Rezipienten kostenfreie Nutzung von wissenschaftlicher Literatur, stellt hierfür die Grundvoraussetzung dar.

Hochschulen und Universitäten verkörpern in der Regel die Institutionen, an denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neue Forschungsergebnisse erzeugen und zur Veröffentlichung vorbereiten. Allerdings wird davon derzeit erst ein Bruchteil als Open Access publiziert.

Die Leistungsmerkmale für die Erstellung eines Open-Access-Buches unterscheiden sich in etlichen Anforderungen von denen für die Publikation eines gedruckten Fachbuches. Die Bücher müssen auffindbar gemacht werden, zum Beispiel durch die Vergabe eines eindeutigen und dauerhaften digitalen Identifikators für physische und digitale Dokumente (genannt Digital Object Identifier, kurz DOI) oder die Weitergabe der Metadaten und Katalogdaten an Aggregatoren und die Nationalbibliothek. Zudem müssen technische Herausforderungen bewältigt werden, denn während sich für Fachzeitschriftenartikel seit den 2000er-Jahren bereits ein Standard für die elektronische und medienneutrale Publikation etabliert hat, wird häufig noch auf die Erfassung und Auszeichnung der Buchinhalte in XML verzichtet, sodass viele veröffentlichte Fachbücher derzeit nur als PDF vorliegen. Dies erschwert die Langzeitarchivierung der Open-Access-Bücher sowie die Übertragung in Kataloge und Verzeichnisse und schränkt somit die Verbreitung der Bücher massiv ein.

Aus diesen Gründen ist es das Ziel des Forschungsprojektes, Hochschulen und Universitäten zu befähigen, mit einem kosten- und personaleffizienten Workflow ihre Forschungsarbeiten und Graduierungsschriften in digitaler Form als Open Access und als gedrucktes Buch selbst zu veröffentlichen.

Hierfür ist geplant, zunächst einen Publikationsworkflow auf Grundlage von Recherchen und Best Practices von bereits bestehenden Workflows zu entwickeln. Dieser soll anschließend mit Hilfe von ausgewählten Fallbeispielen in einem Open-Access-Hochschulverlag an der HTWK Leipzig demonstriert und verstetigt werden. Der Workflow soll dabei so konzipiert und dokumentiert werden, dass eine leichte Übertragbarkeit auf andere Institutionen im Rahmen eines offenen Wissenstransfers gegeben ist.

Das Vorhaben unterstützt somit nicht nur die Forderung nach mehr Open Access in den wissenschaftlichen Disziplinen, in denen zurzeit die Publikation von Forschungsergebnissen als gedruckte Monografie oder Sammelband überwiegt, sondern erleichtert auch die Auffindbarkeit von Buchinhalten in Katalogen und den ungehinderten Zugang zu diesen.

Das Forschungsprojekt „OA-Hochschulverlag“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und hat eine Laufzeit von 23 Monaten (Mai 2018 bis April 2020).